Traumauto ein Automärchen

Ich war bei ganz feinen Leuten eingeladen.
Ein wenig unwohl fühlte ich mich. Mein alter Bulli zwischen all den Edelkarossen.
Doch als ich genauer hinsah fand ich heraus, dass nicht jeder Lack in Ordnung war.
Und ich dachte an den uralten Mercedes, der jahrlang im Garten eines Nachbarn stand.


Ein kleines Automärchen




Es war einmal ein Garten,
der war recht traurig, weil sein Mensch
ihn gar nicht beachtete.

Intensiv wünschte er sich gesehen zu werden.
Der Nachbar des Gartenbesitzers
schaute eines Tages in den kleinen Garten.

Der fühlte sich geehrte
und zeigte sich glänzend in seiner Schönheit.
Gewollte blähte er sich auf um Größe zu zeigen.

Der Nachbar ging freudestahlend davon.
Der kleine Garten freute ich.
Nun würde etwas geschehen,
er war beachtet worden.




Dann kam der Tag der Veränderung.
Man parkte einen alten Mercedes in dem ungenutzten Land.
So hatte sich der kleine Garten sein neues Leben nicht vorgestellt.

Nun blieb noch weniger Fläche zum Atmen.
Wütend ließ der Garten seine Kräuter sprießen
und bat den Baum um Laub
um die Schande aus Metall zu verdecken.

Der Gartenbesitzer beachtete seinen Garten immer noch nicht.
Zufrieden buchte er die Standmiete monatlich auf sein Konto.

Der autobesitzene Nachbar vergaß das Auto,
denn die Standmiete war gering.

Das alte Auto jammerte des nachs so heftig,
dass der kleine Garten nicht schlafen konnte.

Ein Marder hatte sich dies Biotop erobert.
Unter der Motorhaube richtete er sich gemütlich ein
und erklärte dem kleinen Garten,
dass sie gemeinsam ein gutes Leben haben könnten.

Der kleine Garten beruhigte sich,
das alte Auto fand sich mit seiner neuen Aufgabe ab.
Ruhe kehre ein.

Bis zu dem Tag an dem sich der Gartenbesitzer und der Nachbar vereinbarten, dass der vorhandene Platz noch besser genutzt werden und das Geldkonto noch fetter werden konnten.

Ein Autoanhänger voller Schrott parkte nun neben dem
schönen alten Auto in dem kleinen Garten.

Der Schrott hatte keine Seele mehr.
Entwürdigt wurde er hier zwischengelagert
und verbreitete eine Traurigkeit die von Verfall geprägt war.


Eines Tages kam ein Künstler vorbei.
Bezaubert von dem kleinen Garten und dem herrlichen alten Auto, kam er immer wieder. Fragte die Besitzer von Auto, Schrott und Garten, ob er etwas Farbe ins Spiel bringen dürfe.

Und ja, er durfte.
Wochenlang bemalte er alles Mögliche.
Das alte Auto ließ er unberüht,
weil er dessen Würde nicht verletzen wollte.

Der Natur gab er einen farbigen Hintergrund
und sogar der Schrott begann zu leben.
Ein Vogelnest hier, ein mutiges Kräutlein dort.

Viele Menschen blieben nun an dem kleinen Garten stehen.
Bewunderten das Alter vom Auto,
die Farbe des Schrotts
und die Vielfalt der Natur dazwischen.

Und wenn sie nicht verrostet sind,
dann genießen sie noch heute.


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